Es regnet. Kein Nieselregen, vielmehr ein Wolkenbruch. 
Ich merke, dass meine Kleidung komplett durchnässt ist. Dass ich an meine körperlichen Grenzen stoße – kurz frage ich mich, ob ich lieber im Spa liegen würde. Würde ich nicht. Das hier, das ist was Großes. 

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[© (c) Monnier Ostermair; Copyrightpermission required for reproduction, Photocredit: Monnier Ostermair]

Einmal Rewind bitte, 24 Stunden zurück. 
Direkt aus dem Flieger aus Südafrika habe ich mich auf den Weg nach Leogang gemacht. Vom Kap in die Berge, gemeinsam mit Hanwag und der Womans Alliance werden die neuen Schuhe Tatra LIght Lady GTX vorgesellt – zusammen mit dem Project „Outdoor against Cancer“. 
Wie könnte es anders sein: Draußen. Am Berg, im Berg, auf dem Berg. 

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Als ich im Auto nach Leogang sitze, habe ich eine böse Vorahnung: Hinter mir unterhalten sich die Mädels über ihre jahrelange Erfahrung im alpinen Bergsteigen, Susi erzählt von den bereits absolvierten und noch geplanten Marathons. Auch wenn mir eh bewusst ist, dass ich nicht auf meinem besten Fitnesslevel ever bin – in diesem Moment bekomme ich es ein bisschen mit der Angst zu tun. Lieber blende ich aus, dass ich weder einen Triathlon, noch einen Marathon absolvieren könnte und höre Petra Thaller zu, die nach ihrer Brustkrebsdiagnose die Organisation Outdoor Against Cancer gegründet hat. Weltweit die einzige Organisation, die Krebspatienten nicht nur dazu ermutigt und dabei unterstützt trotz und gerade wegen ihrer Krankheit raus zu gehen und Bewegung an der frischen Luft zu suchen, sondern auch die einzige Organisation, die Prävention, Begleitung und Rehabilitation aus einer Hand liefert und öffentlich macht.  

Als ich Freitagmorgen wach werde, trommelt der Regen gegen mein Fenster, der Berg ist kaum zu sehen. Tapfer packe ich mich in mehrere Schichten wärmende Kleidung ein, nehme Wechseloptionen im Rucksack mit. Es geht bergauf, mal steiler, mal weniger steil. Ziel ist die Peter Wiedenthaler Hütte. Erst als wir nach etwa 1,5 Stunden Aufstieg den Wald verlassen und über den ausgesetzten Jagersteig weitergehen, wird mir das Ausmaß des Wetters vollkommen bewusst.

Links neben mir geht es steil nach unten, wie weit? Nicht zu erkennen, der Nebel verschluckt alles. Ich hangele mich an Stahlseilen entlang, klettere über metallene Gitter und im Fels verankerten „Stufen“. Alles ist rutschig, glitschig – plötzlich wird mir die Gefahr der Situation bewusst. Wie schnell ich stolpern und abstürzen könnte. Mit einem Mal kommen mir die Tränen, Verzweiflung. Eigentlich möchte ich lieber umkehren, ich merke, dass meine Kraft nachlässt und fühle mich unsicher. Was dann kommt, habe ich nicht erwartet: Der Weg und die Gemeinschaft tragen mich. 
Aufmunternde Worte von Petra und Kat, die beiden nehmen mich in die Mitte und plötzlich geht es wieder. Die letzten 40 Minuten zum Gipfel schaffe ich nur wegen der Beiden. 

Oben angekommen – für alle Strapazen entlohnt. 
Als ich mich aus meinen nassen Klamotten schäle wird mir bewusst, dass meine Füße das einzig trockene an mir sind. Die Schuhe haben dicht gehalten. Meine größten Bedenken vor dem Start? Dass ich in den komplett neuen Wanderschuhen Blasen bekommen und nicht mehr weiter laufen können würde. Keine Spur, nichts. Meine Füße tun nicht mal weh. Und als nach den wohlverdienten Kasnocken der Himmel aufreisst und die Sonne mir beim Abstieg auf die Nase scheint hab ich schon fast wieder vergessen, dass ich auf halber Strecke umdrehen wollte. 
Vielmehr halte ich Ausschau nach dem nächsten Berg – das Gefühl auf dem Gipfel will ich nicht mehr missen. Über mich selbst hinaus gewachsen, die Angst besiegt, den Aufstieg gemeistert. 

[© (c) Monnier Ostermair; Copyrightpermission required for reproduction, Photocredit: Monnier Ostermair]

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Hanwag entstanden. 
Das Copyright für alle verwendeten Bilder liegt bei Monnier Ostermair