Der Februar war ein Monat mit Herausforderung: Ich hatte wirklich richtig viel zu tun. Dazu kamen unheimlich viele Auswärtstermine und schlechtes Wetter. Schlechtes Wetter bedeutet auch, dass die Bedingungen für meine Fotoshootings nicht optimal sein. Wenn so viele äußere Einflüsse zusammen kommen, dann hilft nur eins: Optimales Zeitmanagement und eine gute Wochenplanung.

Meine Woche startet eigentlich schon Sonntag Abend: Ich setze mich vor dem Tatort nochmal ein paar Minuten hin und plane das, was in der kommenden Woche ansteht. Welche Tage habe ich zu Hause? Welche Termine stehen an? Wann gehen Flüge oder Züge? Habe ich im Laufe der Woche Deadlines, die ich einhalten muss? Gibt es Beiträge, Texte oder Shootings bei denen ich die Hilfe anderer brauche?
Sonntags überlege ich mir, welche Ziele ich erreichen will oder muss. Ich schaue, dass ich alles in der Woche unterbekomme und kümmere mich um Terminanfragen, die am Montag im Posteingang meiner Ansprechpartner liegen sollen.

Ich teile meinen Monat grundsätzlich in Shootingwochen und Textwochen ein. Entweder ich fotografiere eine ganze Woche lang oder ich schreibe Texte. Diese Aufteilung hat sich in den letzten Monaten bewährt und ich bin sehr viel produktiver mit diesem Vorgehen. Dazu kommen in den einzelnen Wochen natürlich Termine, Telefonate, Buchhaltung und die komplette Verwaltung.

In Shootingwochen ist Montag ist mein Einkaufstag. Ich schreibe mir direkt in der Früh eine Einkaufs- und Besorgungsliste für alle Shootings der Woche. So spare ich unheimlich viel Zeit, weil ich nur ein Mal in alle Geschäfte und nur ein Mal ins Lager für alle Requisiten muss.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag fotografiere ich den kompletten Tag: Auch hier arbeite ich gebündelt. Zwei Tage Food, am dritten Tag Interior und Lifestyle. An den Food-Tagen bereite ich früh morgens alle Gerichte zu, baue dann ein Set nach dem anderen auf und fotografiere. Wenn ich es nicht schaffe alles bei Tageslicht zu fotografieren arbeite ich je nach Dringlichkeit entweder mit Kunstlicht oder schiebe den Beitrag in den nächsten Tag. Grundsätzlich plane ich mit etwa drei Food-Beiträgen für einen Tag. Mehr ist einfach nicht zu schaffen. Die Bilder schaue ich mir übrigens direkt nach dem Shooting an – falls mir noch ein Motiv fehlt, kann ich direkt noch mal ran.

Wenn das Licht weg ist, geht es an Bildbearbeitung und -zusammenstellung. Ich plane die Beiträge auch optisch schon mal in meinem Kopf.
Auch wenn ich meine Mails immer mal wieder zwischendurch bearbeite, schaffe ich nochmal einen großen Schwung am Abend weg. Grundsätzlich versuche ich ohne Mails vom Vortag in den neuen Tag zu starten – sonst verliere ich irgendwann den Überblick und vergesse Mails zu beantworten.

Die Textwochen sind etwas entspannter: Ich texte jeden Tag durchschnittlich vier Beiträge. Mal nach Themen geordnet, mal wild durcheinander. Die Kolumnen entstehen sehr viel spontaner, als die Rezept-Geschichten. Wenn ich mehr als 20 Minuten vor einem leeren Dokument sitze, höre ich auf – ich arbeite entweder an einem neuen Text weiter oder ich stehe auf und mache etwas völlig anderes, um den Kopf frei zu bekommen. Vor allem schaue ich, dass ich jeden Tag rauskomme und mich bewege. In Text-Wochen zeigt mein Schrittzähler manchmal weniger als 1500 Schritte am Tag an, das darf nicht sein. Dann lege ich Abends nochmal eine Runde Lauftraining zusätzlich ein: So bekomme ich den Kopf frei, habe neue Ideen und komme auf ganz andere Gedanken. Gleichzeitig tue ich auch meinem Körper etwas Gutes.

Freitags ist – egal ob Shootingwoche oder Textwoche – mein Verwaltungstag. Mein Posteingang wird komplett bearbeitet, ich sitze an Reportings, Konzepten für Kunden und mache meine Buchhaltung. Freitag ist nicht unbedingt mein Lieblingstag – aber auch diese Punkte müssen bearbeitet werden. In den letzten Wochen habe ich wegen meiner Urlaubsvorbereitung den Freitag oft bis spät in der Nacht am Schreibtisch verbracht, es gibt einfach noch wahnsinnig viel zu tun und abzuarbeiten. Ich beschwere mich aber nicht: Es gibt nichts schöneres für mich als ausgelastet und gut gebucht zu sein.

Auch die Wochenenden sind meist verplant: Events, Weiterbildungen oder ein kleiner Kurzurlaub. Wenn ich unter der Woche gar nicht durchgekommen bin shoote ich zur Not auch mal am Wochenende. Ich versuche die Waage zu halten zwischen Wochenenden an denen ich komplett arbeite und solchen, an denen ich mir einen  Tag frei nehme – mal klappt es besser, mal klappt es weniger gut.

Alles in allem ist Eines ganz klar: Ich arbeite mehr, als ich jemals in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet habe. Hinter einem erfolgreichen Blog, der professionell betrieben wird, steht sehr viel mehr Arbeit, als man als Außenstehender vielleicht denken würde. Selbstständig bedeutet nicht nur selbst und ständig. Selbstständig bedeutet auch, dass es wahnsinnig viel zu organisieren, koordinieren und optimieren gibt. Immer. Ständig. Der einzige Mensch, der wirklich Druck aufbaut und ausübt, ist man selbst. Das muss man mögen – und durchhalten.