Manchmal habe ich das Gefühl in einer Generation von „Aufgebern“ zu leben. Aufgeben ist hip geworden – wer nicht zufrieden ist, der gibt auf. Wir haben unseren Biss verloren, beim kleinsten Hindernis schmeißen wir das Handtuch. Suchen uns etwas Neues, etwas vermeintlich Besseres. Einfacheres. Etwas, das mehr Spaß macht.
Das Schlimmste? Ich bin selbst manchmal ein Aufgeber.

*Werbung

Ich habe vor etwas mehr als zwei Jahren meinen sicheren Job gekündigt – weil er mir keinen Spaß gemacht hat oder vielmehr: Weil mir das Arbeitsklima den Spaß am Job verdorben hat. Vielleicht hätte ich die Situation aussitzen sollen. Die Zähne zusammenbeißen und weiter machen. Hab ich aber nicht – und ich habe es seitdem erst ein einziges Mal bereut. Als ich mir Ende des letzten Jahres den Fuß gebrochen habe und mir vor einen Moment überlegt habe, wie komfortabel jetzt eine Festanstellung wäre: Sechs Wochen krankgeschrieben und einfach mal nichts machen. Das ist für mich so in der Selbstständigkeit nicht möglich.
Gleichzeitig ist mir auch bewusst: In einer Festanstellung hätte ich nicht einfach so drei Monate im Nahen Osten verbringen können. Was ich sagen will? Ich habe zwar aufgegeben – aber eben nur einen Job, den ich gemacht habe um Geld zu verdienen. Ich habe keinen Traum aufgegeben, keinen Herzenswunsch an den Nagel gehängt.

Einen Herzenswunsch bin ich gerade dabei zu verwirklichen. Ich lerne Arabisch, endlich. Der Gedanke und der Wunsch spuken schon seit mehr als zehn Jahren in meinem Kopf rum. Jetzt habe ich es angepackt. Against all odds. Vielleicht ist es nicht der beste Zeitpunkt. Nicht der beste Zeitpunkt um München zu verlassen. Nicht der beste Zeitpunkt um in den Nahen Osten zu gehen.
Aber weißt du was? Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt – für nichts im Leben. Die Kunst ist es, aus einem nicht perfekten Zeitpunkt das Bestmögliche zu machen. Die Steine, die Dir das Leben in den Weg legt zu nutzen und Dir daraus eine Treppe zu bauen. Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen. Entbehrungen hinnehmen, bis zum Ende kämpfen.
Verfolge Deinen Traum. Egal was kommt.

Was es bedeutet bis zum Ende zu kämpfen, alles herauszuholen und nicht aufzugeben – das ist es, worauf es auch für Profi-Sportler ankommt. Profis, wie sie in den kommenden Wochen für Deutschland bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea starten. Es sind ganz andere Entbehrungen, ganz andere Herausforderungen mit denen sich unsere Sportler auseinander setzen müssen. Und doch haben wir alle etwas gemeinsam: Wir verfolgen unsere Träume – egal was kommt.
Vor einigen Wochen durfte ich auf Einladung von Reifenhersteller Bridgestone bei der Einkleidung der Olympioniken im Postpalast in München dabei sein. Über den Verlauf einer Woche konnten die Sportler dort ihre Outfits und ihre offizielle Bekleidung abholen und einsammeln. Vorstellen muss man sich das wie eine kleine Einkaufsstraße mit verschiedenen Stationen: Accessoires wie Mützen, Handschuhe und Schals, Sonnenbrillen und Schuhe. Dann Oberbekleidung, Unterbekleidung, Trainingskleidung, Outfits für die Eröffnungsfeier, die Siegerehrungen…zu den insgesamt über sechzig Teilen gibt es ein ausführliches Guidebook mit Erläuterungen darüber, welche Kleidungsstücke bei welchen Anlässen zu tragen sind. Als Außenstehender die Atmosphäre wahrzunehmen, die im Postpalast geherrscht hat, war ziemlich einzigartig.

Für die Sportler ist diese Einkleidung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Südkorea – ein offizielles „Ich gehöre jetzt zum Team Deutschland“. So haben es auch Fritz Döpfer und Fabian Hambüchen beschrieben, die ich vor Ort persönlich treffen durfte. Fritz hat sich seinen Platz im #teamdeutschland nach einer schweren Verletzung in der letzten Saison hart wieder erkämpft – weil er an seine Träume geglaubt und dafür gearbeitet hat. Egal was kommt.
Ich drücke unseren Athleten in den kommenden Tagen und Wochen ganz fest die Daumen. Das ein oder andere Abfahrtsrennen werde ich in jedem Fall schauen. Und das Eiskunstlaufen. Und vielleicht ein bisschen Eishockey und Snowboarden.
Mein ganz persönlicher olympischer Traum? Ich wäre gerne mal bei einer Eröffnungsfeier dabei – als Zuschauer natürlich. Für #teamdeutschland wird es wohl bei mir nicht mehr reichen 😉

*Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Bridgestone, offizieller Partner der Olympischen Spiele, entstanden.