Wandern ist spießig. Dachte ich immer. Wanderurlaube sind etwas für alte Menschen, solche die nichts mehr erleben wollen. Was man eben als bockiger Teenager so denkt. Heute finde ich Wandern nicht mehr spießig und öde (sonst wäre ich wohl aktuell nicht auf dem Jakobsweg unterwegs), sondern wahnsinnig entspannend. Ein entspannender und zugleich fordernder Sport. Und pssst: Ich suche inzwischen auch unsere Urlaubsziele immer wieder so aus, dass die ein oder andere Wanderung möglich. Wir machen keine hochalpinen Touren über mehrere Tage – aber kleine Tageswanderungen machen mir von Mal zu Mal mehr Spaß. Und auch vor zwei Wochen bei unserem Kurzurlaub am Valserhof haben wir eine kleine Tour gewagt.

Wer erinnert sich, dass ich im letzten Jahr im Herbst schon mal im Valserhof war?
Weil es mir beim letzten Mal so wahnsinnig gut gefallen hat, bin ich wiedergekommen. Zu einer anderen Jahreszeit, mit einem anderen Ziel – ein ausführlicher Hotelbericht folgt noch.

Wir sind tatsächlich zum Valserhof gefahren, weil wir das Hotel als Ausgangspunkt für mehrere kleinere und größere Wanderungen nehmen wollten. Und weil wir unseren kleinen Hund ganz problemlos mitnehmen konnten – im Hotel und bei den Wanderungen. Bis Anfang des Jahres haben wir nie darüber nachgedacht, ob und wie wir einen Hund in einen Urlaub einbinden könnten. Warum auch. Jetzt ist der Kleine bei uns und wir wollen – wenn möglich – auch unsere Freizeit und unsere Urlaube mit ihm verbringen.
Seine erste kleine Wanderung hat Nathan in jedem Fall gut überstanden und super mitgemacht.

Ich wandere gerne mit Wanderführer. Und gleichzeitig wandere ich gerne ohne Wanderführer.
Für mich hängt es immer ein bisschen davon ab, wie der Weg und die Strecke beschaffen sind. Davon wo ich mich befinde und was ich mir von der Wanderung erwarte. Ein Wanderführer, der mir nicht nur den Weg zeigt, sondern auch immer mal wieder rechts und links ein bisschen was erzählt und erklärt: Das ist nach meinem Geschmack. Ich lerne gerne ein paar Kleinigkeiten über die Region, die spezifischen Eigenheiten in Flora und Fauna, etwas über die Berge oder vielleicht auch über die Bewirtschaftungen der Almen.
Aber ich habe immer wieder zwischendurch auch gerne meine Ruhe um Natur und Eindrücke genießen zu können.
Im Valserhof werden täglich (kostenfreie) Wanderungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen angeboten. Wir haben uns – zum Einstieg für Nathan – für eine leichte Wanderung (300 Höhenmeter, vier Stunden) zur Fanealm entschieden.

Erstmal ganz gemütlich ein bisschen weiter ins Tal rein und dann mit leichter aber konstanter Steigung über den Milchsteig zur Fane Alm. Der Weg geht in zwei Varianten: Entweder über einen recht steilen und schmalen Steig, oder in gemütlichen Serpentinen über eine geteerte Straße – wir sind auf dem Hinweg über den schmalen Steig gewandert und haben auf dem Rückweg nach unten zwischen dem Steig und der Straße gewechselt.

Für mich war der Weg zur Fane Alm auch eine Art erster Testlauf für den Jakobsweg: Nach einer Pause im Winter wollte ich meine Schuhe nochmal tragen und eventuelle Druckstellen aufdecken. Nochmal mit einem Rucksack laufen – in den letzten Jahren hatte ich das Rucksacktragen meist auf meinen Freund abgewälzt. Schauen, wie sich der kleine Hund macht.
Druckstellen habe ich gefunden (und mich darum gekümmert), die Tragetasche für Nathan habe ich ausprobiert (und für gut befunden) – die Wanderung zur Fane Alm war ein voller Erfolg und landschaftlich wirklich wunderschön.