In meinem Appartment funktioniert die Heizung schon wieder nicht, es ist eiskalt als ich aufwache. Vorsichtig strecke ich eine große Zehe unter der Decke hervor. Eiskalt. Alles was ich möchte, ist ein warmes Frühstück. Eines, das mich von innen aufwärmt, mir Energie gibt für den Tag, der vor mir liegt. Ja, es ist das perfekte Wetter und der passende Morgen für eine Chai-Bowl.

Gewürze sind im Nahen Osten allgegenwärtig. Einen ganzen Gewürzmarkt gibt es Downtown in Amman. Unzählige Gassen voller Stände und kleiner Läden mit duftenden Waren. Zu ordentlichen Haufen aufgeschichtete Berge von Zimtstangen, Koriander-Samen und Curry-Mischungen. Es liegt eine wunderbare Duftmischung in der Luft und ich kann mich kaum beherrschen. Am liebsten möchte ich ein bisschen was von Allem kaufen.

Ich nehme mich zusammen. Ich kaufe nur das, was ich für meine Chai-Bowl brauche: Zimt, Kardamomkapseln, ein paar Pfefferkörner. Sternanis und Piment, eine Muskatnuss und einige Nelken. Doch ein bisschen was. Auch wenn es in Deutschland fertige „Chai-Mischungen“ in der Gewürzabteilung des Supermarkets zu finden sind – in Amman gibt es nichts dergleichen und ich nehme die Herausforderung dankbar an: Es macht mir so viel Freude auf dem Markt einzukaufen, dass ich die Gelegenheit gerne wahrnehme.
Ich biege um zwei Ecken, nehme noch frisches Obst mit und freue mich schon auf dem Heimweg auf meine Frühstücksbowl.

Vieles, was für mich in Deutschland selbstverständlich ist, kann ich in Jordanien nur mit etwas Aufwand finden. Mein Supermarkt ums Eck hat keine Mandelmilch; es gibt überhaupt keinen pflanzlichen Milchersatz. Kurzerhand mache ich meine Mandelmilch im Mixer selbst: Zwei Hand voll Mandeln, dazu etwa einen Liter Wasser. Ich weiche die Mandeln über Nacht im Wasser ein, am kommenden Morgen mixe ich die Mandeln und (frisches) Wasser im Mixer und gebe die Mischung durch ein feines Tuch um die festen Bestandteile herauszufiltern. Fertig ist die Mandelmilch.

Für die Chai-Bowl koche ich Buchweizen in der Mandelmilch und gebe die Gewürze hinzu. Ich verwende dazu ein Teesieb: Die Gewürze kochen mit, geben ihre Aromen ab und ich kann sie einfach herausnehmen, wenn ich fertig bin. Sehr praktisch.