“Wir haben die perfekten Seidenbänder für unsere Weddingwands gefunden – genau der Rosé-Ton, nach dem wir schon so lange gesucht haben!” Ich sehe ihre Instagram-Story und stelle mir plötzlich die Frage, ob ich das richtig mache. Mit dieser Hochzeit. Mit den Vorbereitungen.

Wir haben keinen festgelegten Farbton.

Ich suche nicht nach einem Seidenband, weiß erst seit ein paar Wochen, was Weddingwands eigentlich sind und wir haben keinen perfekten Rosé-Ton festgelegt. Mache ich das richtig mit diesem “Braut sein”? Machen wir das richtig?
Ich bin keines der Mädchen, die seit 17 Jahren ihre Hochzeit planen und eine bis ins Detail ausgearbeitete Vorstellung haben, wie der große Tag aussehen soll. Schon gar keinen perfekten Farbton.

Würde man meinen zukünftigen Mann fragen, wäre er vermutlich schon der Meinung, dass ich genaue Vorstellungen habe. Ich weiß, was ich will für unsere standesamtliche Trauung (einen schönen Tag mit unserer Familie und unseren Trauzeugen mit sehr viel Liebe und Herzlichkeit), was ich mir für unsere kirchliche Hochzeit wünsche (ein Fest vor verschneiter Landschaft mit Glühwein statt Champagner) und was ich wirklich nicht möchte (zu viel Kitsch, weiße Tauben und alles was man unter “verspielter Landhausstil” zusammenfassen kann).

Bin ich zu wenig vorbereitet?

Trotzdem habe ich mich in den letzten Wochen immer wieder gefragt, ob wir das eigentlich richtig machen. Alles erstmal entspannt und ohne ganz konkreten Plan angehen. Diese ganze Feier und alles, was damit verbunden ist einfach auf uns zukommen lassen. Uns ganz langsam mit dem Gedanken beschäftigen, dass wir uns dazu entschieden haben aus acht gemeinsamen Jahren ein gemeinsames Leben zu machen. Auch ganz ohne Weddingwands und den perfekten Rosé-Ton.

Ja, ich hatte einen kurzen Panikanfall. Für einen Moment war mir alles nicht perfekt genug und ich wollte mehr.
Der Moment ist vorbei und wir haben uns gemeinsam dazu entschieden, dass unsere standesamtliche Trauung keinen Farbton braucht – dass wir für uns und unserer Hochzeit entschieden haben, dass wir unsere Energie lieber an einer anderen Stelle investieren. Es wird sicherlich nicht alles perfekt, aber das sind wir ja auch nicht.

Alle Bilder in diesem Beitrag stammen von Sunny Vee, die nicht nur unser Verlobungsshooting gemacht hat, sondern uns auch bei unserer standesamtlichen Trauung begleiten wird.