Über manche Einladungen freue ich mich besonders – weil sie meine geheimen Wünsche treffen und mir die Chance bieten Dinge auszuprobieren, die ich noch nicht kenne. Die letzte Einladung in diese Richtung kam vor einigen Wochen: Weinlese in Südtirol. Wein trinken kann ich – aber Wein lesen? Oder wimmen, wie man in Südtirol sagt? Hatte ich noch nie ausprobiert und entsprechend freudig habe ich die Einladung angenommen. Ab in den Zug nach Bozen und dann die Weinberge in Terlan erkunden. 

Nummer Fuenfzehn_Lifestyleblog aus Muenchen_Annalena Huppert_Sue

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Die Besonderheiten von Südtirol im Weinanbau

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin kein ganz ganz großer Weinkenner. Ich trinke gerne Wein, ich erarbeite mir mit der Zeit auch immer mehr Wissen, aber ich kann nicht direkt schmecken, aus welcher Region der Wein kommt. Ich arbeite daran 😉 Was ich aber zum Beispiel weiß: Wenn ich mich zwischen Weiß und Rot entscheiden soll, dann greife ich meist zum weißen Wein. Weil mir weiße Weine häufig ein wenig unkomplizierter vorkommen. Deswegen ist Südtirol auch eine gute Weinregion für mich: Bis auf Vernatsch und Lagrain wird wenig Rotwein angebaut. Ein bisschen Blauburgunder (die Diva unter den Trauben, wie ich am Wochenende gelernt habe), wenig Merlot, Cabernet und Rosenmuskateller. Ein perfekter Ort für mich. 

Südtriol ist für mich eine komplette Genussregion – Genuss mit allen Sinnen und auf allen Ebenen. Die Region ist landschaftlich wunderschön und eine absolute Augenweide: Ich habe inzwischen schon alle Jahreszeiten in Südtirol erlebt und bin der festen Überzeugung, dass sich ein Besuch einfach immer lohnt. Es gibt traumhafte Hotels mit noch viel traumhafteren Spa-Bereichen. Es gibt fantastischen Wein und Restaurants, die ein Essen servieren, das diesen Wein in einer Perfektion ergänzt, dass es eine wahre Freude ist. 

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Nun ist es ja bei Wein so, dass neben der Traube auch das Anbaugebiet, der Boden und die Sonneneinstrahlung einen ganz entscheidenden Beitrag zum Geschmack leisten. Deswegen hat es für mich großen Sinn gemacht, dass wir uns bei diesem Besuch auf den Wein aus einem Ort bzw. einem Anbaugebiet konzentriert haben: Wir waren eingeladen von der Cantina Terlan und haben den Wein ebendieser Genossenschaft verkostet. Genossenschaft bedeutet, dass nicht jeder Winzer seinen eigenen Wein macht. Die Weinbauern konzentrieren sich auf die Arbeit am Weinberg, die Genossenschaft übernimmt die Arbeit im Weinkeller. Für die Weine werden die Trauben der gleichen Art verschiedener Winzer zusammen verarbeitet. Grob erklärt. 
In Terlan wachsen die Trauben auf einer Höhe von 250 bis 900 Metern und in Steillagen von bis zu 70% – das ist schon etwas besonderes. Terlan liegt im Etschtal, wo die Sommer heiß sind und die Temperaturen auch im Winter selten unter -5 Grad fallen. Die Sonne scheint unglaubliche 1800 – 2100 Stunden im Jahr, das ist phänomenal und sorgt zusammen mit den kalten Nächten für einen hohen Gehalt an Zucker und eine optimale Ausbildung an Aromastoffen. Dazu ergänzend spielt der hohe Quarzgehalt im Boden eine entscheidende Rolle: Die PH-Werte liegen im leicht sauren Bereich. Das gibt den Weinen eine besondere mineralische Note. 

Und welche Weine habe ich in Terlan verkostet?

Gleich am Donnerstag Abend bin ich in den Genuss der ersten Weine gekommen: Zum Dinner im Gasthof Jäger haben wir die ersten vier Weine verkostet: 

– Terlaner Classico 2015

– Vorberg Weißburgunder Riserva 2012

– Gant Merlot Riserva 2013 – Kellerei Andrian

– Juvelo Gewürztraminer Passito 2014 – Kellerei Andrian

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Am nächsten Tag ging es munter weiter. Nachdem wir am Vormittag ein bisschen etwas über den besonderen Boden in Terlan gelernt und einen Abstecher zu zwei Winzern gemacht haben, gab es erstmal eine Marende zum Mittagessen. Eine Marende ist die südtiroler Version einer Brotzeit: Speck und Würstchen, Wurst aus der Region, verschiedene Käse, sauer eingelegte Gurken. Einfach, bodenständig und so gut. Dazu gab es natürlich wieder zwei Weine: 

– Winkl Sauvignon Blanc 2015

– Bocado Vernatsch 2015 – Kellerei Andrian

Eigentlich war der Besuch bei den Winzern nicht nur als Besuch geplant. Eigentlich wollten wir ein bisschen wimmen und bei der Weinlese helfen. Leider ist Wein aber nun mal ein Naturprodukt, das in der Natur wächst – und genau die hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Wein kann nur gelesen werden, wenn es nicht regnet und auch am Vortag nicht geregnet hat. Sonst ist zu viel Feuchtigkeit auf den Trauben und es besteht die Gefahr, dass sie anfangen zu faulen, bevor sie weiterverarbeitet werden können. Deswegen mussten wir leider auf´s Wimmen verzichten und haben stattdessen nur genascht: Alle Traubensorten in verschiedenen Lagen auf verschiedenen Böden. So lecker – die Trauben sind jetzt, so kurz vor der Ernte, schon wahnsinnig süß gewesen und haben richtig gut – und vor allem auch sehr unterschiedlcih – geschmeckt.

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Nach dem Lunch ging es für uns ins Allerheiligste: In die Weinkeller. Die Cantina Terlan hat eine ganz besondere Sammlung: Von jedem Jahrgang seit den 50er Jahren wurden einige Flaschen der besten Sorte eingelagert und in einer Art Bibliothek gesammelt. Das ist in Südtirol absolut einzigartig und wirklich spannend. Von einigen Jahrgängen sind auch heute noch recht große Vorräte zu finden, andere bestehen nur noch aus einer Hand voll Flaschen. Nach dem Keller ging es natürlich nochmal an die frische Luft und mit einem wunderschönen Ausblick über ganz Terlan haben wir die nächsten (Weiß)Weine getrunken: 

– Quarz Sauvignon Blanc 2014

– Vorberg Weißburgunder Riserva 2014

– Weißburgunder Rarität 2004

Der Abend hat mit einem fantastischen Dinner in einer alten Mühle abgeschlossen – ich hatte zur Vorspeise einen Beete-Salat mit Ziegenkäse, dann etwas rohen Thunfisch, ein unglaublich gutes Steinpilzrisotto, ein fantastiches Stück Rinderrücken und verschiedene Sorbets. Nach etwas zu viel Wein in den letzten Tagen habe ich mich entschieden nicht jeden Gang mit einem anderen Wein zu begleiten und habe mich auf nur zwei Weine und einen Champagner beschränkt: 

– Champagne Brut Millésime 2008 – Legras & Haas

– Kreuth Chardonnay 2014

– Porphyr Lagrein Riserva 2012 

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Und mein Fazit zu den Weinen aus Südtirol?

Wenn ich könnte, würde ich mir einen Weinkeller anlegen und ihn mit den verschiedensten Weinen füllen. Auch einige aus Terlan wären ganz sicher dabei. Kann ich aber leider nicht – ich habe einfach keinen Platz (und nicht genug Wissen) für einen Weinkeller. Deswegen habe ich für mich selbst entschieden, dass ich mich auf zwei Sorten aus Terlan beschränke, ganz einfach die beiden, die mir am allerbesten geschmeckt haben. Bei uns werden der Vorberg Weißburgunder Riserva 2012 und der Bocado Vernatsch 2015 – Kellerei Andrian. Der Weißwein war tatsächlich Liebe auf den ersten Schluck: Der Weißburgunder hat mich mit einer Cremigkeit überrascht und überzeugt, die ich nicht erwartet hatte. Fantastisch. Und der Vernatsch ist ganz einfach ein sicherer Wein: Für einen Rotwein ist er nicht besonders komplex (und das ist tatsächlich kein bisschen abwertend gemeint) und lässt sich wahnsinnig gut trinken. Der Vernatsch ist ein Rotwein, den man problemlos auf einen Tisch mit Gästen stellen kann und alle werden ihn mögen. Perfekt. 

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Vielen Dank an die Cantina Terlan für die Einladung. Es waren wirklich zwei ganz besonders schöne Tage!