…a profound awareness of the universe that triggers a deep emotional response.

Seit drei Tee und zwei Kaffees sitze ich hier. Unbeweglich. Fasziniert, gebannt.
Ich beobachte die Situation. Lasse alle Details auf mich wirken, nehme die Gerüche war. Nehme die Gespräche war und versuche vollkommen einzutauchen. Die Märkte in Amman sind fast therapeutische Orte. Das Gewusel und die Aufregung lässt mich ganz ruhig werden. Je länger ich hier sitze, desto mehr werde ich mir über die Ausmaße der Situation bewusst. Jeder einzelne Mensch auf diesem Markt hat ein Leben, seine Probleme und Themen. Der ein oder andere hatte vielleicht einen schwierigen Tag, einen wunderbaren Tag, macht seine Einkäufe für eine große Familie oder vielleicht auch nur für sich alleine.

Jordanien und der Nahe Osten – das sind Orte, die man aus den Nachrichten kennt.
Bevor ich hier her gekommen bin, hatte ich keine ganz genaue Vorstellung von Jordanien. Ich hatte dieses Bild von israels Nachbarstaat, der fast unter der Last der palästinensischen und jordanischen Flüchtlinge zusammenbricht. Ich dachte an einen sicheren Hafen inmitten einer Region, die seit Jahrzehnten von Krisen erschüttert wird. Ich kannte die Bilder aus den Flüchtlingslagern an der syrischen Grenze.

 

Was ich ausgeblendet habe, ist dass all diese Menschen eine Geschichte haben. Viele dieser Geschichten sind traurig. manche erschüttern mich und lassen mich tagelang traurig und sprachlos zurück. Und dann sind da die anderen Geschichten, die Geschichten die Hoffnung geben. Die Geschichten, die mich an eine friedlichere Zukunft glauben lassen.

 

Je länger ich hier in Amman bin, desto mehr Geschichten höre ich. Desto öfter bekomme ich die Möglichkeit mich mit den Menschen hier zu unterhalten, auszutauschen, andere Sichtweisen und Standpunkte einzunehmen. Nicht immer teile ich die Standpunkte, mehr als ein Mal war ich anderer Meinung und konnte die Argumente von meinem westlichen, deutschen Standpunkt nicht nachvollziehen.
Im Rückblick sind es genau diese Momente, die mir am meisten geben. Die Gespräche in denen ich am meisten lerne und an denen ich wachse.

Nicht jeder Araber will den israelischen Staat auslöschen.
Ein Kopftuch ist kein untrügliches Zeichen für die Unterdrückung einer Frau.
Die Situation der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien ist ein Drama.
Die Situation der Syrer ist noch schlimmer.

Keine Geschichte ist wie die andere. Sie alle zu hören ist das größte Geschenk, die beste Seite meines Aufenthalts. Würden mehr Menschen einander zuhören, offen – ohne den anderen zu bewerten – diese Welt wäre ein so viel besserer Ort.